Vita

alakhno

1943 geboren in Moskau

1967- 1972 Studium an der Stroganov -Kunsthochschule. Fakultät für monumentale und dekorative Plastik, Moskau

1972- 1996 Freischaffender Künstler: Holzskulpturen, plastisch-dekorative Innenausstattungen von öffentlichen Gebäuden, Restaurierung von russisch-orthodoxen Kirchen

1996 Übersiedlung nach Deutschland. Lebt und arbeitet in Bovenden bei Göttingen

Arbeiten in Holz, Stein und Bronze

Themen: Sakrale Kunst, menschliche Kunst (Metamorphosen), Kunst im öffentlichen Raum, private Auftragsarbeiten

Zahlreiche
Ausstellungen in Russland und Deutschland

Teilnahme an 7 internationalen
Bildhauersymposien in Deutschland, Dänemark und Frankreich

Zu meinem Lebenslauf
Geboren wurde ich 1943 in Moskau. Groß geworden bin ich in einem der schönsten Teile Moskaus, in der Nähe eines riesigen Waldmassivs. Diese unmittelbare Nähe zur Natur hat mich von Kindheit an sehr beeinflusst, geprägt und künstlerisch gestimmt.
In einem großen privaten Anwesen neben unserem Haus lebte damals ein sehr bekannter Bildhauer namens Merkurow (Übrigens hatte Lenin persönlich ihm dieses Anwesen geschenkt). Merkurow lebte in seiner Jugend, Anfang des 20. Jahrhunderts, in Paris. Er war mit Rodin bekannt, besuchte ihn in dessen Atelier. Aus dieser Zeit hatte er auch Fotoalben mit Fotos von Rodin und dessen Arbeiten mitgebracht. Außerdem war er im Besitz von zahlreichen Gipsabdrücken von Rodins Arbeiten. Ich war damals erst 8 bzw. 9 Jahre alt und diese erste Bekanntschaft mit der Bildhauerei bestimmte sehr viel in meinem zukünftigen Leben: beruflich und persönlich.
In diesem Anwesen wuchsen nun damals viele gute Apfelbäume. Als Kind drang ich gelegentlich mit anderen Kindern in den großen Garten ein und pflückte die süßen Äpfel. Wenn ich dann aber vom Hausverwalter des Bildhauers erwischt wurde, musste ich als Strafe den Ton für den Bildhauer mit Füßen kneten. Das war meine erste physische Bekanntschaft mit der Bildhauerei, sozusagen hautnah. Ich konnte dabei auch beobachten, wie die Schüler des Meisters arbeiteten. Unter ihnen waren viele, die später weit bekannt wurden.
All das brachte mich auf den Gedanken, mich selbst als Bildhauer zu versuchen. Allmählich begann ich das und stellte fest, das etwas klappte. Wenn aus mir kein Apfeldieb geworden ist, dann doch ein Bildhauer.
Die wunderbaren Museen in meiner Heimatstadt Moskau und in St. Petersburg machten immer wieder einen großen Eindruck auf mich. Das waren sowohl die Museen der russischen als auch der europäischen Kunst - in erster Linie das Puschkin-Museum für Bildende Künste in Moskau und die weltberühmte Eremitage in St. Petersburg. Auslandsreisen durfte man damals nicht machen, deshalb bekam ich eine "künstliche Ernährung" in diesen wunderbaren Museen.
Ich musste mich weiterentwickeln als Künstler, ohne richtige Kunstausbildung war das jedoch damals unmöglich. Ich habe dann eine Kunsthochschule besucht: Die Lehrer haben mir eine gute Schule gegeben. Nach dem Abschlussdiplom an der Kunsthochschule schuf ich Denkmäler zu Ehren der Kriegsopfer und Parkskulpturen, arbeitete an der künstlerischen Gestaltung von Hotels in Moskau und war auch tätig als Restaurator in russisch-orthodoxen Kirchen und Klöstern. Ich war jedoch gezwungen in den Grenzen des sogenannten sozialistischen Realismus zu arbeiten. Das bedeutete, offizielle Aufträge zu erfüllen und zu vorgeschriebenen Themen zu arbeiten. Mit einem Wort: Eine freie Kunst wurde bis zum Erlaubten abgekürzt.
Nur durch die Perestrojka, die Offenheit, wurden alle Schleusen geöffnet. Die Auftraggeber bevorzugten jedoch nach wie vor mechanisch die Kunst des alten verständlichen Stils, obwohl nun alles erlaubt war.
Und erst nachdem ich 1996 nach Deutschland kam, fing ich an, das zu machen, wovon ich in meiner Jugend geträumt habe, und zwar:
Ich fand immer Gefallen an der transformierten Plastik. Ich träume davon, mit den plastischen Mitteln Zeit darzustellen, was in der Malerei so genial Salvador Dali gelungen war.
Alexander Lakhno