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Göttinger Tageblatt 14.12.2006:
Altarschnitzereien aus dem Kellerverlies
Unter uns leben viele interessante Menschen. In der heutigen Folge der Tageblatt-Serie erzählt Bildhauer Alexander Lakhno (63) seine Geschichte. Der aus Moskau stammende Künstler fertigt derzeit in seinem Atelier in Lenglern Plastiken für den Altar der russisch-orthodoxen St. Michael-Gemeinde in Göttingen.
Neonröhren erhellen den langen Gang. Hier unten gibt es nicht einmal Kellerfenster. Der Vermieter nennt die Räume „den Bunker“. Als sich Alexander Lakhno das erste Mal hier hereinwagte, hingen Spinnweben von der Decke herab. Seit Jahren schien niemand mehr die Räume betreten zu haben. In dieser Unterwelt richtete der Bildhauer sein Atelier ein.
Lakhno machte gründlich sauber. Er strich die nackten Betonwände und brachte einige wandgroße Zeichnungen an. Auf einem jagt ein Faun ein junges Mädchen. Das Radio spielt klassische Musik. In der langen Flurflucht, durch die der Bildhauer mit dem Fahrrad fährt, gibt es Skulpturen zu sehen. In einen mächtigen Baumstamm hat der Künstler sein eigenes Profil als alter Mann geschnitzt. Er dreht den Stamm und das Gesicht des 40 Jahre jüngeren Lakhno erscheint. „Wie schnell die Zeit vergangen ist“, meint der 63-Jährige ungläubig.
Sohn eines Oberstleutnants
1943 ist er in Moskau als einziger Sohn eines Oberstleutnants zur Welt gekommen. Der kämpfte damals im Großen Vaterländischen Krieg, wie der Zweite Weltkrieg in Russland genannt wird. Die Auszeichnungen, die der früh gestorbene Vater erhielt, bewahrt Lakhno in einer kleinen Schachtel auf. Da gibt es unter anderem einen Orden für den Durchbruch an der Oder-Neiße-Linie und einen für die Eroberung Prags.
Aufgewachsen ist Lakhno in der Nähe eines Anwesens, auf dem Sergej Merkurow lebte und arbeitete. Dieser in der Sowjetunion berühmte Künstler hatte Anfang des 20. Jahrhunderts in Paris Bekanntschaft mit Auguste Rodin geschlossen. Der hatte Merkurow stark beeindruckt. Durch Zufall kam der achtjährige Lakhno mit dieser Welt in Berührung. Mit anderen Kindern war er über den Zaun geklettert, um Äpfel zu pflücken. Dabei wurde er von Merkurows Hausverwalter erwischt. Der kleine Strolch musste zur Strafe mit seinen Füßen Ton kneten. Dabei beobachtete der Junge die Schüler des Meisters bei der Arbeit. Lakhnos Begeisterung für die Kunst entflammte. Aus dem Apfeldieb sollte ein Bildhauer werden.
Das Puschkin-Museum für bildende Künste in Moskau und die Eremitage in St. Petersburg nährten die Leidenschaft des jungen Kunstfreunds. Von 1967 bis 1972 studierte Lakhno an der Fakultät für monumentale und dekorative Plastik der Industrie- und Kunsthochschule in Moskau. Nach seinem Examen schuf er als freischaffender Künstler Denkmäler zu Ehren der Kriegsopfer und gestaltete Spielplätze nach Märchenmotiven. Er kümmerte sich um die Innenausstattung von Moskauer Hotels und arbeitete als Restaurator in Kirchen.
1996 siedelte der Bildhauer mit seiner Frau, der Dolmetscherin und Fremdenführerin Olga Lakhno, nach Deutschland über. Eine Kirchgängerin stellte den Kontakt zur russisch-orthodoxen „Gemeinde des heiligen Erzengels Michael zu Göttingen“ her. Diese nutzt seit Februar 2003 die Kapelle der Katholischen Hochschulgemeinde im Stauffenbergring 6, die sie nach ihren Bedürfnissen umgestaltete. Lakhno half bei der Inneneinrichtung.
Im Laufe der vergangenen Jahre schuf er die Ikonostase, eine mit Ikonen geschmückte Wand, hinter der sich der Altar befindet. Außerdem schnitzte der Bildhauer eine Stellwand für die Ikone der Gottesmutter und einen kleinen Tisch, auf dem die Bibel liegt.
Derzeit arbeitet Lakhno an Plastiken für den Altar. Die Gemeinde kann ihn nur zu bestimmten Zeiten durch eine Tür, die Zarenpforte, sehen. Die Altarplastiken zeigen verschiedene Stationen der Passion Christi. In einer Szene blickt ein kleiner Engel aus einer Wolke. In den Händen hält er einen Kelch. Auf der Erde betet Jesus auf Knien darum, dass dieser Kelch – die Kreuzigung – an ihm vorübergehe.
Diskussion mit dem Popen
Eine andere Szene zeigt die Grablegung Jesu. Maria von Magdala klammert sich an den Arm des Toten. Lakhno hat dicke Kunstbände durchgesehen und zahlreiche Kirchen besucht. Über seine verschiedenen Entwürfe diskutierte er mit dem Popen, dem Mönchspriester Benedikt, und der Gemeinde. Im Gespräch einigten sie sich dann jeweils auf eine Version. An den Kunstwerken arbeitet Lakhno nun bereits seit einigen Monaten in seinem Bunker in Lenglerns Unterwelt.

Von Michael Caspar